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Abgasanlagen für modulierende Pelletsfeuerstätten

Pelletsfeuerstätten als Raumöfen oder Zentralheizungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und sind eine echte Alternative zu Öl und Gas. Durch die ständig weiter verbesserte Verbrennungstechnik werden immer höhere Wirkungsgrade bei optimaler Brennstoffausnutzung erzielt. Abgastemperaturen im unteren Leistungsbereich von ca. 60°C sind keine Seltenheit mehr. Dies hat zur Entwicklung neuer Schornsteinsysteme für den Neubau und den Sanierungsfall geführt.

- W 3 G heißt das Schlagwort –

Festbrennstoff-Feuerstätten (Pellets/Stückholz/Hackschnitzel) mit niedrigen Abgastemperaturen benötigen häufig ein Abgassystem mit einer gleichzeitigen Eignung für den Anschluss für feste Brennstoffe D (wozu der Schornstein russbrandbeständig sein muss G)und für feuchte Betriebsweise W.

Wozu braucht man diese Eigenschaften?

In der Vergangenheit war eine feuchte Betriebsweise bei Anschluss von Feuerstätten für feste Brennstoffe nicht notwendig, weil die Feuerstätten so hohe Abgastemperaturen hatten, dass der Wasserdampf im Schornstein nicht kondensierte. Trockene Betriebsweise war ausreichend und normal. Die feuchte Betriebsweise (FU) war nur notwendig für Öl- und
Gasfeuerstätten mit niedrigen Abgastemperaturen. Die niedrigen Abgastemperaturen moderner Pellet- und Stückholzfeuerstätten führen jedoch ebenfalls zur Entstehung von Kondensat im Schornstein.

Der Zentralinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) weist in seinen Beurteilungskriterien „Kennzeichnung von russbrandbeständigen Abgasanlagen für feuchte Betriebsweise“ unter anderem darauf hin:

„Moderne Holzfeuerstätten (z.B. Pelletsfeuerstätten) benötigen häufig eine Abgasanlage die gleichzeitig russbrandbeständig und für feuchte Betriebsweise geeignet ist. Solche Abgasanlagen müssen mindestens folgende Kennzeichnung aufweisen:

DIN V 18160-1 – T400 N2 W 3 Gxx Lzz

Wenn man sich als Planer oder Verarbeiter nicht an diese Empfehlung hält, setzt man sich einem hohen Haftungsrisiko aus – bei einem erfolgten Russbrand besteht die Gefahr abgasführende Rohre austauschen zu müssen.